Freitag, 16. Dezember 2011

Kindheitserinnerungen


Weihnachten steht kurz vor der Türe. Da erinnere ich mich immer an ein schönes Erlebnis. Ich selbst kann mich so genau nicht daran erinnern. Aber meine Mutter erzählte es immer.

Nach zwei Söhnen kam nun endlich das langersehnte Töchterchen und das war ich.
Meine Mutter gestaltete Weihnachten immer sehr schön, so gut es in ihrer Macht stand und  die Sachen zu bekommen waren. Ich bin im Krieg geboren und da war es nicht leicht - so meine Mutter.
Weihnachten nahte und für mich sollte es ein Puppenbettchen geben; so mit Himmel  und fein ausgestattet.

Nun,  ich war  ein sehr interessiertes Kind, heute sagt man, ein neugieriges Kind. Ich spürte sofort wenn Geheimnisse in der Luft lagen. Und wenn eine Türe verschlossen war, ja da wurde ich erst recht neugierig, was wohl dahinter steckt.
So ging ich jeden Tag leise die Treppen nach oben, so, das meine Mutter es nicht merkte, und probierte, ob nicht doch mal die Türe offen war.
Nein, leider nicht. Sie blieb verschlossen.
Dann schaute ich durchs Schlüsselloch und sah ein weißes Puppenbettchen da stehen. Ja, was soll ich Euch sagen. Da war die Freude groß. Und vor lauter Freude konnte ich aber nicht meinen Mund halten und lief gleich zu meiner Mutter und sagte ihr: Ich habe es gesehen, das Christkind bringt mir ein Puppenbettchen.
Was meine Mutter darauf antwortete, weiß ich leider nicht mehr. Aber meine Mutter war kläver und stellte das Puppenbettchen von der einen an die andere Seite im Zimmer.
Ich schlich nun jeden Tag ganz leise, so das meine Mutter es nicht merkte, nach oben und schaute durchs Schlüsselloch. Ich wollte sicher sein, ob es noch da steht.
Jetzt sah ich an  der anderen Seite nun auch noch ein Puppenbettchen stehen. Ach was war ich glücklich. Vor lauter Aufregung habe ich garnicht bemerkt, daß das Puppenbettchen nur die Seite im Zimmer gewechselt hatte. 
Wieder lief ich zu meiner Mutter und rief voller Freude: "Ich bekomme zwei, ich bekomme zwei." Meine Mutter fragte, was bekommst du zweimal. Ich antwortete, ich bekomme zwei Puppenbettchen.
Meine Mutter lächelte nur.
Weihnachten kam und ich war gespannt. Ja, das Puppenbettchen, was ich gesehen hatte, hat das Christkind mir wirklich gebracht. Aber nur eins. Das konnte ich nicht verstehen. Wo war das andere abgeblieben. Ich hatte doch zwei gesehen.
Die Antwort darauf weiß ich nicht mehr. Ich war noch zu klein.
Daß ich das Puppenbettchen bekommen habe, daran kann ich mich erinnern. Ich kann mich auch an das Zimmer erinnern, wo es stand. Aber an den Ablauf daran nicht. Meine Mutter hat es immer wieder erzählt, wenn es um Erlebnisse ihrer Kinder ging. 
Ja, das passiert, wenn man zu neugierig ist.

Ich wünsche Euch einen schönen 4. Adventsonntag.
Liebe Grüße Ingeburg

17 Kommentare:

Katrin hat gesagt…

Liebe Ingeborg, danke für diese schöne Geschichte....... Ich könnte stundenlang zuhören.....oder wie bei dir , davon lesen......
Herzlich Katrin

Zwergenwelt hat gesagt…

liebe Ingeburg,
was für eine schöne und so typische Weihnachtsgeschichte.
So gerne erinnert man sich an diese Begebenheiten, das kindliche Weihnachten eben.
In Bonn war ich mit einigen Bekannten zum W.markt, ja, das war nett, aber wir waren nur kurz da.
Sicherlich wird es demnächst mal eine Gelegenheit geben, wieder dahin zu fahren, sollen wir dann Kaffee trinken ??
würde mich freuen!
Liebe Grüße und einen schönen 4.Advent für euch, cornelia

Anonym hat gesagt…

eine rührende Geschichte liebe Ingeburg, ich glaube jeder kann so etwas erzählen aus der Kindheit, und da muß ich es hier mal sagen, ich weiß die jungen Leut können´s nicht erhören, früher war es schöner, heimeliger, verbundener;
na ja es ist heute wie´s ist
auch ich wünsche dir einen schönen 4. Advent
GLG von mir

Happy-Sonne hat gesagt…

Liebe Ingeburg
Eine wunderschöne Geschichte. Soooo schön geschrieben!
Ich wünsche Dir ein schönes 4. Adventswochenende und grüsse Dich herzlichst Yvonne

Anonym hat gesagt…

Liebe Ingeburg, eine sehr schöne Geschichte aus deinem Leben und hab mich sehr berührt gefühlt wenn ich an meine Kinder denke die auch öfters probierten und spickelten *lächle drüber* leider hatte ich selber keine schöne Erinnerung deswegen freue mich um so mehr so was zu lesen!
Ich wünsche dir einen schönen 4 Advent!
Lieben Gruss Elke

Anonym hat gesagt…

...schöner kann man es nicht erzählen...
Liebe Ingeburg, ebenso habe ich deine wundervolle Kindheitserinnerung gern gelesen, dabei habe ich mich beim träumen an meine Kindheit erinnert; meine Geschwister und ich wollten den Weihnachtsbaum, der mit SÜßEM voll behängt war, stets vorab plündern;-) leider zum Leidwesen meiner lieben Eltern, wir waren fünf Kinder...

Einen recht gemütlichen vierten Advent wünsche ich dir!
Herzlichst Barbara

Klaudia hat gesagt…

Liebe Ingeburg,

ein wunderschönes Geschichtchen aus deinem Leben...schön die Erinnerungen an Kindertage!

Liebe GRüße und einen schönen 4.Advent, wünscht dir
Klaudia

Lavendelhaus hat gesagt…

Das ist ja eine tolle Geschichte.Ich wünsche Dir einen schönen 4.Advent.
Bianca

Marie-Louise hat gesagt…

Liebe Ingeburg
Ui jetzt bin ich einige Tage nicht zum bloggen gekommen und nun sehe ich bei dir solch wunderschöne Sachen. Deine Stickereien sind wunder- wunderschön, auch die Kissen sind sehr schön.
Ich wünsche dir einen schönen 4. Advent und ganz liebe Grüsse Marie-Louise

Kleine Nadelelfe hat gesagt…

Liebe Barbara
auch wir waren 5 Kinder. Ich bin das 3. Kind. Nach mir kommen noch 2 Geschwister.
Wir sind aber altersmäßig weit auseinander, d.h. die zwei älteren Brüder sind 2 Jahre auseinander. Nach 6 Jahren kam ich dann, deshalb das langersehnte Töchterchen. 2 Jahre nach mir kam mein jüngster Bruder und 7 Jahre nach ihm kam meine Schwester. Also, meine Schwester ist 9 Jahre jünger als ich. Zwischen dem ältesten Bruder und meiner Schwester liegen 17 Jahre.
Der zweitälteste Bruder ist leider schon verstorben. Nun sind wir noch zu 4.
Liebe Grüße Ingeburg

Traudl hat gesagt…

Eine sehr schöne Geschichte, liebe Ingeburg. Da werden auch bei mir Kindheitserinnerungen wach. Gerade die Erinnerungen an frühere Weihnachtszeiten können immer noch viel Geborgenheit vermitteln. Hoffentlich geht es unseren Kindern auch einmal so.

Einen schönen 4. Advent
wünscht Traudl (ich versuche Dir noch ein Mail zu schreiben)

Birgit Ringlein hat gesagt…

Liebe Ingeburg,
oh, vielen Dank für diese schönen Kindheitserinnerungen.Du hast uns das sehr schön erzählt.
noch einen schönen 4.Adventabend
Birgit, der gerade einfällt, dass die Kerze noch nicht an war

Ella hat gesagt…

liebe ingeburg,
das ist eine sehr schöne geschichte. ja früher knisterte es noch ganz anders in der luft.
auch deine weiteren einträge sind super. du hast wieder so viel schönes gebastelt... das schaukelpferdchen ist ja sowas von süß!
auch an all die tollen wanderungen hast du uns, durch deine schönen fotos teilnehmen lassen.
ich freu mich immer wieder ihr rein zu schauen!
einen schönen 4. advent (bei uns ist er ja noch nicht vorbei) und eine tolle woche!
herzliche grüße
ela

Claudia hat gesagt…

wie schön.... wünsch dir eine glückliche Weihnachtszeit
herzlichst
claudia

...Gabi hat gesagt…

Liebe Ingeburg,
DANKE, mit Deiner Geschichte hast Du mich in den Weihnachtszauber geführt
LG
Gabi

...Gabi hat gesagt…

Liebe Ingeburg,
ich habe mich sehr über Deine schöne Karte gefreut
DANKE
Gabi

HerzBlatt hat gesagt…

Eine schöne Geschichte erzählst Du, liebe Ingeburg!!
Ich erinnere mich auch gerne an solche Begebenheiten.
Ganz liebe Grüße
Iris